"Aber in Halle Neustadt ist es schön!"

Kategorie: Erlebnisse
Veröffentlichungsdatum
Geschrieben von fault1er
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Aufgrund von Sparmaßnahmen entschied die Reichweite des Sachsen-Anhalt-Tickets über die Stadt, die wir am Samstag, den 02.05.2015, erkunden sollten. Die Fahrt war gespickt mit schrulligen Menschen aller Art, die einen selbst daran erinnerten, wie gewöhnlich man eigentlich ist. "Wo sind wir denn? SalzWEDEL, SalzWEDEL, SalzWEDEL!", rief ein offensichtlich verwirrter, in einem Notizbuch kritzelnder Mensch, kurz bevor wir uns zu ihm setzen wollten. So erreichten eine gut gelaunte smashy und ein müdes fault1er also nach zweieinhalbstündiger Bahnfahrt den "pompösen" Hauptbahnhof in der für Salz und leckere Schokolade bekannten Stadt Halle. Gänzlich unbekannt war uns dieser nicht, da wir hier bereits auf dem Weg zum Störfaktor-Festival einen ungewollten Zwischenstop einlegen mussten. Grimmig-dreinguckende Ochsen in Blau inbegriffen.

Ebendiese schienen immernoch dort zu verweilen, da sie uns auch dieses Mal wieder als erstes begrüßten. "Schnell raus hier", räusperte das fault1er, ob dieser skurrilen Situation. Der richtige Weg war nach kurzem Umweg schnell gefunden, da es nur zwei Ausgänge gab und wir uns zunächst für den falschen entschieden. Auf dem Weg zum schließlich richtigen Ausgang machten wir Bekanntschaft mit einem netten Herren, der uns die Wuchshöhe des Grases in einer anmutigen Performance deutlich machte. Entsprechend verwirrt und fassungslos zogen wir unseren imaginären Hut und "flüchteten" ins Freie. Dort angekommen, erblickten wir auch die Skyline dieser wunderschönen Stadt! Eine Skyline der besonderen Art wohlbemerkt, denn diese verleitete uns zu folgendem Kurzgedicht: "Grau in grau und grau in grau, reiht sich Plattenbau an Plattenbau." Doch wo befindet sich nun die Innenstadt?
Dieser Frage folgend fanden wir schnell eine nette Dame, die uns den Weg verriet. Und siehe da, es war nur ca. 3 Minuten Fußweg bis zum Anfang der Leipziger Straße, welche uns als "Geschäftestraße" angepriesen wurde. Gleich am Anfang wurden wir auch schon sehr nett von 3 Menschen begrüßt, die uns ein "passt auf euch auf, heute ist Fußball, da sind die ganzen Fascho-Fans unterwegs" mit auf den Weg gaben. Voller Vorfreude gingen wir weiter. Immer die Leipziger Straße entlang, bis keine Geschäfte mehr zu sehen waren. Alles in allem wirkte die Stadt sehr "altbacken" und "eingerostet". Häuften sich auf dem Marktplatz die Menschen, waren in den nicht weit entfernten Gassen kaum welche zu sehen. Auch die Häuser schienen einen hohen Anteil an Leerstand aufzuweisen.
Zur kurzen Stärkung haben wir uns für einen Burger-Stand auf dem Marktplatz entschieden, der, anhand des großen Andranges gemessen, wohl gut sein musste. Die Zeit, in der der Burger zusammengestapelt wurde, verging nur allzu schnell, da sich eine weitere seltsam anmutende Person die Freiheit nahm vorzudrengeln und jedem auch nur peripher am Geschehen beteiligten Passanten lautstark erklärte: "Ich habe schon bezahlt, ich bin als nächstes dran!".
Wir genossen die Mahlzeit im Sonnenschein.
Da wir eigentlich in jeder Stadt einmal alle An- und Verkaufsläden checken, kamen wir auch dieses Mal nicht daran vorbei. Und auch hier haben wir wieder ein paar alte Spielkonsolen-Schätze ausbuddeln können, ein voller Erfolg also.
Auf dem Heimweg besorgten wir uns noch ein Softeis. Ich sogar eines mit dem politisch äußerst korrekten Namen "Eis-Mohr". Einer Art Schokoladen-Überzug, der dann hart wird. Naja, hätte auch ohne geschmeckt ;)

Der Tag zusammengefasst: Einmal müssen wir noch hin, aber nur um das Schokoladen-Museum zu sehen.

Wieder in der Heimat erzählten wir von dem erlebnisreichen Tag in dieser doch sehr eigenartigen Stadt.
Das Feedback, was daraufhin folgte, war lapidar: "Aber in Halle Neustadt ist es schön!"