Dritte Wahl Record Release-Tour "Geblitzdingst" am 21.03.2015 in der Factory Magdeburg

 

„Endlich mal wieder ein Konzert, bei dem man die Vorfreude genießen und zu dem man total entspannt an nem Samstag fahren kann…“, dachte ich, als unsere Konzertkarten etwa zwei Wochen vorher ankamen. Doch Pustekuchen! Plötzlich heißt es, das fault1er muss arbeiten, trotz eigentlichem Urlaub! Scheiß Firma! Glücklicherweise gibt es selbst in den beschissensten Firmen meist irgendwo Menschen mit Herz, sodass das fault1er zwei Tage vor Konzert doch noch Urlaub bekam. Juhu!

Und weil auch die härtesten Skinheads meist ganz liebe Menschen sind, brauchten wir noch nicht einmal in den Genuss der Deutschen Bahn kommen. Danke Markus, für die äußerst lustige, wenn auch haarsträubende, angsteinflößende Autofahrt – als Dank gibt es bestimmt irgendwann mal wieder einen Chai Latte, den du dir selbst mitbringst. :D

So kamen wir also glücklicherweise (lebend) bereits gegen Mittag in Magdeburg, wo das Konzert übrigens stattfinden sollte, an und hatten genug Zeit, uns noch zu stärken, Fressalien für die Nacht zu besorgen (wenn das fault1er gesoffen hat, frisst der einem die Haare vom Kopf!), unsere Sachen schonmal in unserer Schlafunterkunft abzustellen und uns fertig zu machen (ein gestellter Iro daaaaaaauert ja…). Bedauerlicherweise spielte der FCM an diesem Samstag, sodass wir durch äußerst „nette“ Fußballfans in der Stadt begrüßt wurden.

Pünktlich gegen 19 Uhr machten wir uns also wieder auf in Richtung Buckau Wasserwerk. Und da es ja viel zu einfach wäre, nochmal mitten in der Innenstadt – wo sich Bank an Bank reiht – Geld fürs Konzert zu holen, versuchten wir unser Glück im guten Buckau. Weit und breit jedoch keine Bank. Oder machte der Pfeffi uns einfach nur blind? Ein freundlicher Herr in der Tankstelle half uns schließlich mit (in)kompetentem Halbwissen, am Ende doch noch zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

So kamen wir dieses Mal endlich einmal nicht total überpünktlich zum Einlass an, sondern erst, als die Schlange schon ‘n Kilometer lang war. Gott sei Dank. Aber das fault1er ist klein und niedlich, damit kommt man überall vorwärts. Außerdem dachte ich mich erinnern zu können, das man mit bereits gekauften Tickets einfach durchgehen kann. Naja, dem war wohl diesmal nicht so. Trotzdem waren wir nach ca. 10 Minuten drin – wie gesagt, das fault1er ist klein und knuffig.

Zur Factory als Örtlichkeit hatte ich mich ja bereits schonmal geäußert – ein Eindruck, der sich auch dieses Mal erneut bestätigte. Verschlimmert wurde die Sache diesmal nur noch durch den riesigen Merchstand (bzw. eher 3, für jede Band einen), der den Eingangsbereich etwa zur Hälfte einnahm und ihn durch das zusätzliche Menschengedrängel für Menschen, die nicht so gern mit Fremden kuscheln, nahezu unbegehbar machte. Unter anderem der Grund, warum ich keinem der Merchstände Beachtung schenkte und das fault1er auch nicht zu seinen zahlreichen Toilettenbesuchen begleiten mochte.

Direkt, nachdem wir vor der Bühne angelangt waren, betraten „Zaunpfahl“ ebendiese. Vor ein paar Jahren (als kleine Stöpselin) hätte ich mich noch riesig gefreut, obwohl ich die Band schon ein paar Mal live erleben durfte (wobei sie mich eigentlich nie wirklich umgehauen haben). Vom jetzigen Zeitpunkt betrachtet ist es schon einige Jahre her, als ich das letzte Mal eine CD von denen gehört habe. An das Album „Frauen“ erinnere ich mich noch schemenhaft, aber da ich für mich beschloss, dass ich das „nicht gut fand“, war die Band für mich wohl irgendwie tot. Das konnte auch ihr jetziger Bühnenauftritt leider nicht retten. Ich wusste vorher nicht, dass 2/3 der Band vor kurzem erst ausgestiegen und ersetzt worden waren… und ehrlich gesagt finde ich es auch mehr als seltsam, 2/3 der Bandmitglieder auszutauschen – darunter (und das ist das, was mich am meisten stört) das Herzstück einer Band: Der Sänger! An der Stelle frage ich mich, ob man den Bandnamen nur noch benutzt, weil man sich damit einen gewissen Ruf aufgebaut hat und diesen einfach weiternutzen will… „in Zeiten leerer Kassen“, um es mit der Band selbst zu sagen. Aber man muss trotz allem dazu sagen: Für einen ihrer ersten Auftritte in der neuen Besetzung haben sie das eigentlich gut gemacht. Es fehlte halt nur etwas Entscheidendes: Die Stimme. Die Band spielte also ihre Lieder und die Leute gingen auch ganz gut mit. Ich kann mich kaum zu den Liedern an sich äußern, da ich nichtmal weiß, welches alt und welches neu war. Ein paar habe ich jedenfalls erkannt. Schön war für mich vor allem das Lied „Warum“, da ich das eh sehr mag und weil es mit lautstarker Unterstützung der Menschen im Raum einfach Gänsehaut bei mir hervorrief. Der Rest der Lieder ging leider mehr oder weniger an mir vorbei… was aber nichts zum Auftritt der Band an sich sagt, denn „sie waren stets bemüht“. Wie gut oder schlecht das Ganze nun mit neuer Besetzung also wirklich war, sollte man dann vielleicht doch eher einen eingefleischten Zaunpfahl-Fan fragen.

Nachdem auch ihre Zugabe durch war, blieb uns kurz Zeit, fault1ers Grundbedürfnisse zu befriedigen: rauchen, saufen, Pipi machen. Erstaunlich schnell (oder hatte es einfach nur ewig gedauert, sich eine Zigarette zu erschnorren?) ging es aber schon mit der nächsten Band weiter: „The Skatoons“ betraten die Bühne. An der Stelle muss ich sagen, das ich die Band noch nie live gesehen hatte, ihre Musik auf CD aber ganz gut finde. Dazu kommt, dass ich schon ewig keine Ska-Band mehr gesehen hatte. Als erstes fiel mir an der Band die unglaublich sympathische Art des Sängers auf. Durch das ständige leichte Grinsen konnte ich ihn sofort gut leiden. Und ich muss sagen, dass mir die Band live noch um einiges besser gefällt, als auf CD! Man braucht und darf zwar von den Skatoons textlich keine Meisterwerke erwarten – die Texte beschränken sich ja größtenteils auf Liebe, Skinheads und saufen -, aber das Ganze lädt definitiv zum Tanzen und Singen ein. Und das funktioniert live wohl halt einfach besser. So konnten Lieder wie „Kotzen“ oder „Alle lieben Ska“ je nach Textsicherheit gut laut mitgesungen werden, bis wir beim letzten Lied „Tschüss“ angelangt waren. Auch den Skatoons wurde die obligatorische Zugabe eingeräumt (Machen die das eigentlich auch ohne Publikumszutun? Ich denke schon.) und das fault1er ging erneut all seine Grundbedürfnisse erfüllen. Ich hatte jedoch keine Lust, meinen lieb gewonnenen Platz im Publikum aufzugeben und mich noch etliche Male durch all die Menschen zu quetschen. Also blieb ich einfach auf meinem Platz und wartete und betrachtete die Menschen um mich herum. Hab ich dazu eigentlich schon was geschrieben? Das Publikum bei einem Dritte Wahl-Konzert ist irgendwie immer gleich aufgebaut… einigen kann man durchaus ansehen, dass sie irgendwann in ihrer Punkrockzeit auf die Band gestoßen sind. Andere sehen aus, wie die Bandmitglieder selbst. Was absolut nichts Schlechtes ist… ich mag die Mitt-30er bis Mitt-40er, die grundsätzlich total knuffig ohne Körperregung im tosenden Publikum stehen & die sich wohl eher durch die doch recht intelligenten Texte der Band angezogen fühlen. Was mir aber an diesem Abend mal wieder aufgefallen ist, ist folgendes: Warum gibt es eigentlich so wenige Frauen, die sich im Sinne der Subkultur kleiden? Ich war vielleicht nicht die Einzige (denn einzig ist man nie, nicht wahr, fault1er? :D), aber doch eine der ganz wenigen Mädels, die z.B. Stiefel anhatte. Mensch, Mädels! Den Vogel hat aber gegen Ende des Abends eine Dame vor uns abgeschossen… mit etwa 10-15cm hohen Pfennigabsätzen (das sind diese ganz winzigen, holzstäbchenartigen!) tanzte sie vor uns um ihr Leben. In meinem Kopf spielten sich Szenen ab, wie sie mir gleich auf die Stiefel tritt… oh bitte nicht. Oder doch? Ja verdammt, bitte tritt drauf, knick um, hab Spaß mit dem Bänderriss und sei stolz auf deine Blödheit!

Doch zurück zum Konzert. Es ging erneut extrem schnell, bis auch die letzte Band die Bühne entern konnte. Da war also der Hauptact und auch für mich der Grund, überhaupt zu dem Konzert zu kommen: Dritte Wahl! Zu viert betraten sie also inklusive Keyboarder die Bühne und legten gleich mit einem Lied des neuen Albums los. Generell wurden an diesem Abend wirklich viele Titel des neuen Albums gespielt; allerdings auch mindestens ebenso viele vergangener Tage. Was soll ich sagen? Die Band war gut wie immer und das Publikum machte auch total gut mit. Ich hätte so gern ein paar mehr Ansagen der Band gehört (abgesehen von einem „Und das geht so…“ *g*). Ein so guter Songwriter wird doch wohl auch auf der Bühne einiges zu sagen haben?!Die Band bzw. das Publikum sorgten bei mir auf jeden Fall für einige absolute Gänsehautmomente, beispielsweise als bei „Zeit bleib stehen!“ die gesamte Factory mitsang. Herrlich schön!

Nach viel zu kurzer Zeit hieß es jedenfalls „letztes Lied“, woraufhin ich fast schon ein wenig traurig wurde. Lustigerweise ging der Auftritt danach allerdings mindestens nochmal genauso lang. Oder hatte ich mich einfach verhört? Ich weiß es bis jetzt nicht. Auf jeden Fall konnte das Publikum die Band stets zurück auf die Bühne fordern/singen, bis sie gegen viertel 1 schließlich doch ihr allerallerallerletztes Lied spielten. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hatte sich das Ganze tatsächlich etwas hingezogen, sodass wir kaum noch stehen konnten [jaja, man wird alt].

Nach dem letzten Lied leerte sich die Factory auch recht schnell. Wir gaben noch unseren (zum Teil) gesammelten Becherpfand ab, holten unsere Jacken an der völlig überlaufenen Garderobe ab und machten uns auf in Richtung Straßenbahnhaltestelle, während sich die betuchten Leute ein Taxi riefen. An der Haltestelle stellten wir fest, dass die letzte Bahn im Nachtverkehr gerade weg war, was 45 kalte Warteminuten bedeutete. Drei Mal dürft ihr raten, wie wir schließlich doch zu unserer Schlafstätte kamen… Zum Glück hatte das fault1er so viel Becherpfand gesammelt.

Fazit: Ein Konzertabend, der sich für mich von Band zu Band steigerte.

Kommentare  

 
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So schlimm war die Fahrt ja nun auch nicht :lol:
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