25 Jahre Punkrock - Fuckin' Faces, BUMS & Ben Racken am 05.04.2015 in der Factory Magdeburg

flyer fuckin.faces BUMS

 

Ostersonntag. Von der „Auferstehung“ zweier nur allzu bekannter Bands, die schon lange kein Konzert mehr gespielt hatten, ist auf der Homepage der Factory die Rede. Eigentlich (und auch uneigentlich!) das perfekte Datum für ein Konzert, sodass wir uns bereits eine Woche vorher Karten besorgten. Als großer Fuckin‘ Faces-Liebhaber freute ich mich unheimlich darauf, die Band in voller Länge (denn kurze Festival-Auftritte zählen nicht) mal live sehen zu können. Von BUMS kannte ich gar nicht mal so viel (außer natürlich die Schlachtrufe-Beiträge, hab die Band aber nie weiter verfolgt), hatte aber in der Konzertbeschreibung gelesen, dass sie ein neues Album rausgebracht haben, welches sie an dem Abend vorstellen wollten. Glücklicherweise konnte ich in dieses auch vorab schonmal reinhören. Eigentlich gar nicht schlecht.

 

Jeweils ein Local Support sollte bei den beiden „Osterkonzerten“ in Chemnitz und Magdeburg dabei sein. Als ich las, wer Local Support in der Factory war, konnte ich’s kaum fassen. Kaum schrieb ich, dass ich für die nächsten Jahre erstmal genug von der Band habe, schon stehen die drei Jungs von Ben Racken nun also ein nächstes Mal – diesmal auf der doch um einiges größeren – Bühne der Factory (verdammt, sehen wir endlich bald auch mal wieder andere Konzertörtlichkeiten?!) vor mir. Dieses Mal – zu unserem Erstaunen – vielleicht sogar vor noch kleinerem Publikum als letztes Mal in Salzwedel – und das, obwohl sie doch der LOCAL Support sind. Die Factory wirkte insgesamt viel zu groß für die Anzahl an Menschen, die an diesem Abend da waren. Noch dazu war die geneigte Zuhörerschaft (zunächst) seehr zurückhaltend. Sogar so zurückhaltend, das selbst ich Mitleid mit der Band bekam und wir einige Schritte auf die Bühne zugingen. Man muss jedoch dazu sagen, dass offenbar zwei (!) Fans der Band dabei waren, die mitsingen und dem Treiben auch nach außen hin deutlich sichtbar etwas abgewinnen konnten. Ich wiederhole: Local Support und so… Ich muss zugeben: Dieses Mal habe ich einen gänzlich anderen Eindruck von der Band bekommen als in Salzwedel. Die Bandinteraktionen (die aufgrund der Platzverhältnisse in Salzwedel gar nicht möglich waren) waren schön mit anzusehen und auch der Sänger gab sich alle Mühe, das Publikum auf seine eigentümliche Art zu unterhalten. Was bei mir auch funktionierte: aufgrund seiner Bewegungen musste ich doch das ein oder andere Mal herzlich lachen. Aber ob das sein Anliegen war? Mit Hinblick auf die Texte der Band (von denen man diesmal sogar was verstand) wirken sie auf mich eher weniger wie eine Spaßkapelle. Einziges Problem für das fault1er und mich war wieder, dass die Lieder einen ziemlich eintönigen, wenig mitreißenden Eindruck machten, sodass sie kaum zu unterscheiden waren. Das fault1er wird sich an dieser Stelle wieder über meine Kritik wundern, da ich ja eigentlich dem „Depro-Punk“ ziemlich viel abgewinnen kann und die schon irgendwie in diese Sparte reinpassen. Und vielleicht muss ich mir die Band auch einfach mal auf Platte anhören und finde sie dann voll toll. Wer weiß. Jedenfalls soll ich laut dem fault1er froh sein, dass ich EA80 noch nie live gesehen habe. Was er mir wohl damit sagen will?

 

Nur kurze Zeit später kamen dann BUMS auf die Bühne. Das fault1er freute sich darauf, „die mal wieder live zu sehen“ – er ist im Hinblick auf die Band also der deutlich versiertere von uns beiden. Das Publikum wurde zu meinem großen Erstaunen nur unwesentlich größer, blieb aber ebenso (wenn nicht sogar noch verstärkt) zurückhaltend. Mittlerweile konnte ich nebst ein paar Anderen meine Hand auf die Bühne legen und dem Herrn Schubert die Sommersprossen im Gesicht zählen. Wenn ich mich allerdings umschaute, stand der Rest der Meute weit hinten und ließ sich auch durch kein Lied aus der Reserve locken. Sowas hat eigentlich keine Band verdient. Ich für meinen Teil fand BUMS gar nicht mal so schlecht. Sie spielten einen angenehmen Mix aus alten und neuen Sachen, kein Klassiker wurde – soweit ich das eben beurteilen kann – ausgelassen. Ab und zu fanden sich dabei tatsächlich mal 3 bis 4 Leute, die für einige Zeit tanzten. Ich kann mir vorstellen, dass auch die Band selbst froh war, als es vorbei war. Wobei sie selbst neben dem reinen Spielen auch nicht viel dafür taten, die Leute zu motivieren. Abgesehen von einem „Ihr dürft gern ein wenig näher rankommen“, auf das niemand reagierte, wurde das Ganze einfach totgeschwiegen. Generell kamen mir Ansagen jeglicher Art (eigentlich den ganzen Abend bei allen drei Bands) viel zu kurz. Stattdessen schaute der gute Patrick von Zeit zu Zeit doch recht… „gedankenleer“ ins Publikum. Vielleicht war er auch einfach konzentriert. Keine Ahnung.

 

Die Dritten im Bunde waren nur kurze Zeit später also schließlich die Faces. Offenbar auch der eigentliche Grund,weshalb die Leute überhaupt gekommen waren, denn plötzlich wurde es verhältnismäßig voll vor der Bühne. „fault1er-geht-mit-einer-geprellten-Rippe-nach-Hause“-voll. Die Band machte ihre Sache wirklich äußerst gut und freute sich merklich über jedwede Reaktion und Interaktion mit dem Publikum (welches hier auch plötzlich richtig mitmachte!). Und hab ich schon erwähnt, wie knuffig ich die drei fand? Obwohl sie etwas über eine Stunde spielten (wenn ich mich nicht total irre zumindest), kam mir der Auftritt trotzdem total kurz vor. Schade eigentlich. Schon komisch, gerade auf Fuckin‘ Faces hatte ich mich am meisten gefreut und kann doch hier am wenigsten über sie schreiben. Möglicherweise, weil ich die Zeit des Abends am meisten genossen habe.

                                                                           

 

Fazit: Für mich ein gelungener Konzertabend, bei dem ich mir endlich mal ein Shirt von Fuckin‘ Faces kaufen konnte. Jippie! Trotzdem schade für 2/3 der Bands, dass die Leute nicht so recht wollten. Schämt euch! :D

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